Parasympathikus
Der Parasympathikus ist ein Teil des vegetativen Nervensystems, der als „Ruhenerv“ Prozesse wie Verdauung, Erholung und Regeneration fördert und damit einen Ausgleich zur Stressaktivierung durch den Sympathikus bildet.
Der Parasympathikus ist jener Teil des vegetativen Nervensystems, der den Körper in Phasen der Ruhe, Erholung und Verdauung unterstützt. Er wird häufig als „Ruhenerv“ beschrieben, weil seine Aktivierung den Organismus aus dem Alarmzustand heraus in einen Modus von Aufbau und Regeneration führt.
Aufgabe des Parasympathikus im Körper
Der Parasympathikus verlangsamt die Herzfrequenz, fördert die Verdauung und unterstützt Prozesse wie Speichelbildung, Magen-Darm-Bewegung und Nährstoffaufnahme. Im Alltag zeigt sich das zum Beispiel nach einer Mahlzeit: Der Puls sinkt leicht, die Atmung wird ruhiger, und der Körper lenkt mehr Energie in Magen und Darm.
Gegenspieler zum Sympathikus
Funktionell wirkt der Parasympathikus als Gegenspieler des Sympathikus, der den Körper in Stress- und Belastungssituationen aktiviert. Während der Sympathikus für „Kampf-oder-Flucht“-Reaktionen steht (erhöhter Puls, gespannte Muskulatur), unterstützt der Parasympathikus eher „Ruhe-und-Verdauung“. Nach der aktuellen Studienlage gilt ein flexibles Gleichgewicht zwischen beiden Systemen als wichtig für Stressregulation und Alltagsbelastbarkeit.
Parasympathikus, Stress und Regeneration
Eine gut anpassungsfähige parasympathische Aktivität wird mit besserer Erholung nach Stress, stabilerer Verdauung und subjektivem Wohlbefinden in Verbindung gebracht. Forschende nutzen dafür unter anderem die Herzratenvariabilität als messbaren Hinweis auf die Regulation des vegetativen Nervensystems. Die Datenlage legt nahe, dass regelmäßige Entspannungsphasen, ausreichend Schlaf und moderate Bewegung die parasympathische Funktion unterstützen können, ohne dass daraus direkte Therapieempfehlungen abgeleitet werden dürfen.
Begriffliche Einordnung des Parasympathikus
Begrifflich gehört der Parasympathikus neben Sympathikus und enterischem Nervensystem zum autonomen Nervensystem. Er lässt sich anatomisch vor allem über Nervenbahnen aus Hirnstamm und Sakralmark zuordnen und wirkt über Botenstoffe wie Acetylcholin auf Organe wie Herz, Lunge und Verdauungstrakt. In der medizinischen und psychophysiologischen Forschung dient der Parasympathikus damit als Struktur- und Funktionsbegriff, um Zustände von Erholung, Regeneration und vegetativer Balance präzise zu beschreiben, ohne eine bestimmte Behandlung oder Heilswirkung zu implizieren.
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