Sarcopenie
Sarcopenie bezeichnet den altersbedingten, fortschreitenden Verlust von Muskelmasse, Muskelkraft und körperlicher Leistungsfähigkeit, der das Risiko für Stürze, Frakturen und Pflegebedürftigkeit erhöht.
Sarcopenie beschreibt den altersbedingten Abbau von Muskelmasse und Muskelkraft, der schleichend verläuft und häufig erst auffällt, wenn alltägliche Aufgaben schwerer fallen – etwa das Aufstehen aus dem Stuhl oder das Tragen von Einkäufen. Sie gilt als Kernbestandteil des Frailty-Syndroms und wird mit erhöhter Sturzgefahr, Frakturen und eingeschränkter Lebensqualität in Verbindung gebracht.
Ursachen und Risikofaktoren der Sarcopenie
Die Entstehung von Sarcopenie wird durch mehrere Faktoren beeinflusst. Eine Rolle spielen hormonelle Veränderungen im Alter, eine verminderte Muskelproteinsynthese, Bewegungsmangel und Mangelernährung, vor allem eine zu geringe Proteinzufuhr. Studien legen nahe, dass auch Entzündungsprozesse, chronische Erkrankungen, bestimmte Medikamente und längere Bettruhe den Muskelabbau beschleunigen können.
Sarcopenie, Frailty und Alltag
Sarcopenie wirkt sich direkt auf die funktionelle Unabhängigkeit im Alter aus. Wenn Muskelkraft nachlässt, werden Treppenstufen, Bus-Einstiege oder das Anheben von Gegenständen zur Hürde. Dadurch steigt die Sturzgefahr, und viele Betroffene bewegen sich aus Vorsicht noch weniger – ein Teufelskreis, der laut aktueller Forschungslage die Gebrechlichkeit weiter verstärken kann.
Prävention und unterstützende Maßnahmen
Krafttraining und Bewegung
Gezieltes Krafttraining wird in der Fachliteratur als eine der wichtigsten Maßnahmen beschrieben, um Sarcopenie vorzubeugen oder ihrem Fortschreiten entgegenzuwirken. Schon einfache Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, Alltagsbewegung und regelmäßiges Gehen können unterstützen, die Muskelkraft zu stabilisieren. Welche Trainingsform sinnvoll ist, hängt von Gesundheitszustand und Vorerkrankungen ab und sollte ärztlich oder physiotherapeutisch abgeklärt werden.
Proteinreiche Ernährung
Eine ausreichende Eiweißzufuhr wird in Studien mit einem günstigeren Verlauf der Muskelmasse im Alter in Verbindung gebracht. Proteinquellen wie Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Fisch, Eier oder mageres Fleisch können dabei helfen, die Muskulatur zu versorgen. Wie viel Protein im Einzelfall angemessen ist, richtet sich nach Nierenfunktion, Gesamternährung und weiteren Faktoren und gehört in die Ernährungsberatung durch Fachpersonal.
Diagnose, Forschungslage und begriffliche Einordnung
Für die frühzeitige Diagnose von Sarcopenie werden unter anderem Muskelkraft (z. B. Handkraftmessung), Muskelmasse (z. B. DXA-Messung) und Gehgeschwindigkeit genutzt. Die exakten Grenzwerte und diagnostischen Kriterien entwickeln sich weiter, was den dynamischen Forschungsstand widerspiegelt. Trotz offener Fragen zu optimaler Trainingsdosis, idealer Proteinzufuhr und individuellen Unterschieden ist Sarcopenie heute klar als eigenständiges geriatrisches Syndrom definiert, das den altersbedingten Verlust von Muskulatur, Kraft und Funktion sachlich beschreibt und von anderen Ursachen für Muskelschwäche abgegrenzt werden kann.
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