Tiefschlaf
Tiefschlaf ist die tiefste Phase des Non-REM-Schlafs, in der Gehirn und Körper besonders stark in Erholungs- und Regenerationsprozesse eingebunden sind.
Tiefschlaf bezeichnet die Schlafphase, in der das Gehirn sehr langsame Wellen zeigt, die Muskelspannung absinkt und die Weckschwelle hoch ist; er gilt als zentral für körperliche Erholung, Gedächtnisprozesse und stabile Schlafqualität.
Was im Tiefschlaf im Körper passiert
Während des Tiefschlafs dominieren langsame Delta-Wellen im EEG, Puls und Atmung werden ruhiger und gleichmäßiger. In dieser Phase werden laut Studienlage Wachstumshormone verstärkt ausgeschüttet, was Regeneration von Gewebe und Stoffwechselprozessen unterstützen kann. Viele Menschen merken an Tagen mit wenig Tiefschlaf, dass sie sich trotz ausreichend Schlafstunden körperlich nicht richtig erholt fühlen.
Tiefschlaf, Gehirn und Gedächtnis
Forschende gehen davon aus, dass Tiefschlaf eine wichtige Rolle bei der Gedächtniskonsolidierung spielt. Informationen aus dem Tag werden offenbar aus dem Hippocampus in langfristige Speicherstrukturen im Kortex übertragen. Das wird mit Lernprozessen, Konzentrationsfähigkeit und geistiger Leistungsfähigkeit am nächsten Tag in Verbindung gebracht. Die genaue Feinsteuerung dieser Abläufe ist noch nicht vollständig geklärt, doch Studien legen einen stabilen Zusammenhang zwischen ausreichendem Tiefschlaf und besserer kognitiver Funktion nahe.
Wie sich Tiefschlaf im Alltag bemerkbar macht
Typisch für nächtliche Tiefschlafphasen ist, dass Wecker oder Geräusche schwerer wahrgenommen werden und Aufwachen häufig mit kurzer Orientierungslosigkeit verbunden ist. Wer nach einer durchschlafenen Nacht erfrischt aufsteht, hatte meist mehrere Zyklen mit ausreichend Tiefschlaf, vor allem in der ersten Nachthälfte. Schlaftracking-Geräte versuchen, Tiefschlaf über Bewegungsmuster und Herzfrequenz zu schätzen, diese Daten gelten jedoch nur als Annäherung und ersetzen keine medizinische Schlafdiagnostik.
Begriffliche Einordnung von Tiefschlaf
In der Schlafforschung wird Tiefschlaf dem Non-REM-Schlaf, häufig den Stadien N3 (manchmal zusammengefasst mit N2) zugeordnet. Er unterscheidet sich klar vom REM-Schlaf, in dem lebhafte Träume und schnelle Augenbewegungen auftreten. Der Begriff Tiefschlaf beschreibt damit keine bestimmte Schlafdauer, sondern eine qualitativ definierte Phase mit charakteristischen Gehirnwellen und Körperreaktionen, die als zentraler Baustein gesunden, strukturierten Schlafs gilt.
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